Konstantin Unwohl
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Neuer Wall

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1. Balance

Ich zähle wieder meine Schritte

wie Geburtstage und alte Geschichten

ich hab viel gesehen, doch die Leute in der Werbung

die machen mich nervös

ja an Tagen wie diesen, sei lieber kriminell

so stehl ich abends heimlich Blumen auf dem Weg

es ist gut wenn niemand sieht, wie man sich bewegt

denn es geht hier um Balance

Balance

es geht hier um Balance

Balance

ich kann mit Silberfischen sprechen

und mit ähnlichem Gesocks

wir könnten in Symbiose leben

aber ich entscheide mich dagegen

oh man darf nicht viel daran denken

wenn man nicht weiß, woran man ist

denn wenn der Wind sich zu oft dreht

hilft es dir nichts mehr, wenn du gehst

Und so schlaf ich im Vorraum der Stille

da ruht es sich halb so gut aus

ich warf mich in vielerlei Dinge

und jetzt komm ich da nicht mehr gut raus

Ich schlafe im Vorraum der Stille

ein Ort, der zum Enden nichts taugt

ich schäm mich sogar für die Dinge

an die man schon lang nicht mehr glaubt

es geht hier um Balance

Ich habe eine Schwäche für Phantome

sie machen alles so spannend

nur man gewöhnt sich auch zu schnell daran

dass Enthüllung nur enttäuschen kann

poetisches Bereuen

das macht sich immer gut

denn um überhaupt zu handeln fehlt dann doch der Mut

und eines schönen Tages

hört man auf davon zu reden

geschafft davon, sich selbst zu hören

und alles zu verstehen

man wird das Gegenteil der andern

die man nicht mal gehen sah

und man nagt am Gnadenbrot 

der Fotoalben jedes Jahr

Und so schlaf ich im Vorraum der Stille

da ruht es sich halb so gut aus

ich warf mich in vielerlei Dinge

und jetzt komm ich da nicht mehr gut raus

Ich schlafe im Vorraum der Stille

ein Ort, der zum Enden nichts taugt

ich schäm mich sogar für die Dinge

an die man schon längst nicht mehr glaubt

2. Eine Träne kein Rekrut

Heute ist ein schöner Tag

die Sonne scheint sehr unbedarft

die Rennräder der Stadt sammeln Staub

du wolltest einkaufen gehen

für eine nette Kleinigkeit

so oft hast dus versucht

aber kamst damit nie weit

wirf dich mitten ins Getümmel

deren Ziele du nicht teilst

zieh dir eine kleine Mütze an

dann blendest du dich ein

Vergangenheit ist zur Strafe vorbei

du musst in Zeiten der Verwirrung nur mit dir im reinen sein

nur vergiss nicht deine Freunde an der S-Bahn

und vergiss nicht deine Freunde in der Bar

ja morgen ist ein neuer Tag

und es bleibt alles so, wie es war

eine Träne kein Rekrut

Man geht nicht ohne Folgen unter Palmen

wenn man nur handelt, nach Bedarf

verbündet im Versagen

dieselben Kinder, andre Namen

man redet von der Liebe, aber spricht dabei von sich

vom tiefen Stich im Körper, nur den Körper sieht man nicht

also knöpf dir deine Hemden zu

und scheitle deine Stirn

denn wer weiß denn heutzutage noch

wohin alle seine Blumen führen

Ins offene Herz drängt der Himmel

und er fragt sich, was er da soll

wie jemand, der zu Waffen greift

und vergessen hat, was er damit wollt

steh früh auf und gehe auf den Markt

versuch doch mal spazieren gehen im Park

vertrete dir die Seele, sie wird größer als geahnt

kratz die Totenkopftapete von der Wand

nur vergiss nicht deine Freunde an der S-Bahn

und vergiss nicht deine Freunde in der Bar

ja morgen ist ein neuer Tag

und es bleibt alles so, wie es war

eine Träne kein Rekrut

Mancher sucht das Leben nur, ums wieder zu vergessen

andre kaufen ein, nur um nichts davon zu essen

versuch verschiedne Dinge, aber schäm dich nicht dabei

ein lebenswertes Leben ist erst lebenswert von Scham befreit

gib besser schnell zurück, was du von früher noch besaßt

denn sie wollen alles wieder haben und mit Pech ist nichts mehr da

befleck dich nicht mit der Gewinnsucht, interessant ist nur Verlust

und wenn du auf den Friedhof gehst, dann sei dir deines Grabs bewusst

es gibt viele Gründe, für den Guten, der nur schlechtes tut

am anderen Ende der Sintflut

eine Träne kein Rekrut

3. Hoch auf dem gelben Wagen

Es weht ein kalter Wind im Neubaugebiet,

aber dennoch gehen die Leute auf der Straße

mir ist nicht mehr ganz klar, was man hier gewinnt

und die Sirenen singen mir Lieder vom Schlafen

Man unterhielt sich mit mir vom Balkon aus

und ich stand dabei im Garten

das Gras war schön und es war frisch gemäht

ich weiß nicht, ob sie mir das übel nahmen

An Orten, wo nur Stille herrscht, da nimmt man sich in Acht

und belästigt besser kein mit seinen Fragen.

Wo Gemäßigkeit spazieren geht, da horcht man, wenn gerufen wird

so führ ein kleines Buch mit deinen Taten

Und am schönsten aller Tage, ja da lauf ich euch davon

die Sonne wärmt die Haut, wenn ich entschlafe

niemand, der von groß und wichtig spricht

meint, dass es das wirklich gibt

so fürchte nicht den Tod, sondern die Sprache

Man fährt noch nicht so lang mit mir

hoch auf dem gelben Wagen

es gibt so viele Dinge

die andre schon gesehen haben

ich malt mir viele Bilder aus

in völlig andren Farben

auch dafür gibt es Orte

nur was soll man schon erwarten

Man fährt noch nicht so lang mit mir

hoch auf dem gelben Wagen

wer will schon jung und weise sein

was soll man da schon sagen

Ich dachte ja auch, man versteht sich

aber nun geb ich meinen Anspruch zurück

vielleicht wars zu viel, oder zu wenig

aber wer Verrückten in die Karten schaut ist selbst verrückt

Man hätte sich ja so viel zu sagen

nur leider sieht man sich so selten

jetzt sind die Ziele vergessen und der Wille verfehlt

aber man fährt hoch auf dem gelben Wagen

Und alle Stimmen der Vernunft

singen in einem Chor

aber warten eigentlich nur auf ihre Pause

im Gedachten war es gut und nur im Echten tuts nicht Not

hätt ich wissen sollen, als ich noch daran glaubte

denn am schönsten aller Tage

da lauf ich euch davon

die Sonne wärmt die Haut, wenn ich entschlafe

niemand, der von groß und wichtig spricht

meint, dass es das wirklich gibt

so fürchte nicht den Tod, sondern die Sprache

4. Ich hass es, wenn man Spaß hat

An der Holstenstraße fährt der letzte Zug

und ich falle in Gedanken auf ie Gleise

ich dachte eigentlich ich hätt genug gehabt

am Bahnhof wie zuhause immer das gleiche

ich gehe meinen Weg in Richtung hier und da

ich weiß schon lange nicht mehr, wo ich gestern war

die Tage zieht vorbei, nur die leere Hülle bleibt

im andern zimmer wird gelacht

wenn man Spaß hat

Ich hass es, wenn man Spaß hat

Wenn man

Ich hass es, wenn man Spaß hat

Ich hass es, wenn man Spaß hat

Wenn man

Seitdem ich mich kenne

komm ich jedes Jahr im Winter auf dieselben Gedanken

die Lebenden sind tot

und die toten, die leben

geben Geld aus und gehen wandern

oh es windet sich im Bett ein Körper

den ich besaß

oh ich habe viele Bücher, worin ich davon las

und wenn der Überdruss

der Weile nach mir greift

wenn ich alles vernein

da bin ich daheim

die Funken singen im Zaun

wenn man nicht mehr weiß, wofür man zu bleiben braucht

wenn ich alles vernein

da bin ich daheim

bleib bevor du gehst, aber geh bevor du fährst

schau zu lange in den Spiegel und du siehst nicht mehr dich selbst

das sage dem, der Sorgen trägt

und dass die Sorgen immer dauern

wenn die Freude auch verweht

Jedes Abenteuer ist nur ein ironischer Besuch

sowieso ist es zu früh, oder zu spät für den Versuch

schon viel davon gehört, vielleicht versuch ich mich daran

fall langsam auseinander und was übrig bleibt ist Angst

und selbst wenn und selbst wenn und selbst wenn und selbst wenn

solang ich alles vernein

da bin ich daheim

die Funken singen im Zaun

wenn man nicht mehr weiß, wofür man zu bleiben braucht

wenn ich alles vernein

da bin ich daheim

5. Ozean der Zeit

In Treppenhäusern, wo man nicht so gern die Stiege steigt

da geh ich lieber allein

denn wenn der Faden wieder einmal reißt

dann gibt es einen Rückfall

mit Liebeskummer darf man nicht allein aufs Feld zum hacken, 

nicht allein

denn man vergisst leicht, dass es regnen kann

wenn die Maschine nicht mehr läuft

bist du allein

immer wenn ich Durst hab,

dann geh ich in den Ozean der Zeit

wo alle Nächte Ewigkeit erlangen

ich zöger nicht, versprech die Wahrheit

aber lüg wie ichs vermag

und dann geh ich in die Arbeit jeden Tag

immer wenn ich Durst hab

wer viel vergisst,

und nichts mehr weiß

ja der stirbt

als junger Mensch

da wo die Liebenden sich vieles erzählen

sind andere längst gefallen

auf diesen Stühlen stirbt man langsam

ich tausche Kleidung gegen Wein

morgens bin ich trotzig,

aber abends werd ich schwach

mein Wort gegen keines

nicht mal mein eignes

wenn nicht

mal mehr die Hunde auf den Straßen sind,

dann entfremdet sich die Welt

denn sie wird wieder wie sie selbst

die Busfahrer die wecken mich

dabei bin ich lang nicht da, lange nicht da

ich hab die Tage viel geschlafen,

weil der schlaf so nah am Tod ist, viel zu nah

und irgendwann passierst auch du mal eines dieser Fenster, 

Hand in Hand

ich werde drinnen sitzen, leicht gebeugt und habe dich bestimmt

nicht erkannt

Immer wenn ich Durst hab,

dann geh ich in den Ozean der Zeit

wo alle Nächte Ewigkeit erlangen

ich zöger nicht, versprech die Wahrheit

aber lüg wie ichs vermag

und dann geh ich in die Arbeit jeden Tag

immer wenn ich Durst hab

6. Sein ist Nein

Die Kinder spielen im Park

mit den angetrunknen Tanten

und alle zusammen freuen sich sehr

über nette Bekannte

so viele nette Bekannte

fast alle meine Freunde sind traurig

frag nicht nach

selbst auf den Terrassen dieser Stadt

hat man sich selbst schon lange satt

schon so lange sat

oh sie zieh sich schönes an

ich quäl mich nur hinein

denk Abends schon im Bett daran

wie ich morgen vergessen kann

wie ich morgen vergessen kann

Es gibt

Geldkoffer, Windowshopper, viele Kreditkarten

alle kennen es schon aus, verschiednen Formaten

aus verschiednen Formaten

ich kenn nur Sein ist

Nein Nein Nein Nein

ich kenn nur Sein ist

Nein Nein Nein Nein

Ich kenn nur Sein ist

Ekstase für den einen 

ist dem anderen ein Wagnis

nicht gleich Geige spielt

wenn sie dann mal nicht da ist

wenn sie dann mal nicht da ist

man muss solange nicht können

bis man nicht mehr mag

verloren auf der Schwelle

zum Gleichgewicht des Tags

zum Gleichgewicht

oh wohin kann man entfliehen

wenn der Wahnsinn dich verlässt

ich glaub es ist ok, nervös zu werden jetzt

nervös zu sein

jetzt nervös zu sein

da hilft nur Sein ist

Nein

Die Häuser der Vergangenen bleiben lange genug stehen

Gedächtnis und Familien

die hört man hier verwesen

du, dem nichts mehr dazu einfällt

dir, dem alles anders wird

wenn Unglück, dann Routine

lang gesucht und kompensiert

sage Ja mein 

Nein

sage Sein ist

Nein

sage Ja mein

Nein

sage Sein ist

Nein Nein Nein Nein

7. Anleitung zum Versagen

Du musst langsam gehen beim schleppen

denn du musst hören können

wie die Schritte auf der Treppe langsam verhallen

immer noch fest dran drauf dran lebendig zu verfallen

mancher stirbt an Lebenslust

andere am Leben 

trinke ein Bier, ein Schnaps, schäm dich, denk dumm gemacht

dumm gemacht

maße dir die Kleider der Wahrheit an

denn was auch immer diese nutzlosen Hände vollbracht haben

hält nicht lang

sieh die Einsamkeit der Welt, aber frag nicht nach

ja studiere keine Quellen mehr, nur noch Kommentar

und du wirst irgendwann vergessen haben

ob es immer schon so war

immer schon so war

und dann fühle dich

und fühle dich fremd

und dann fühle dich fremd

und dann fühle dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd

ja dann fühle dich fremd

dann fühle dich fremd

dann fühle dich fremd

ja dann fühle dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd

zwischen quälend ungewissen Entitäten

ständig falsch gesetzten Prioritäten

allen diesen schambefleckten Zeiten

und allen diesen Unzulänglichkeiten

genau da da da da da da da da

wenn ein Stein fallen will

gib ihm besser einen Stoß

es gibt nie lang Befreiung 

aus den Klauen des Tods

werd zum Schatten der Bekannten

wart wie Wiesen auf den Schnitter

werd die Vase deren Blumen auf den Abfall harrn

ja fürchte nicht die Höhen

aber fürchte den Reflex

fürcht die Sehnsucht deines Körpers 

und die Leute um dich rum, die sagen Pech Pech Pech Pech Pech

Lad ein, zur Besichtigung der inneren Unruhe

gib auf, wenn die bestätigenden Stimmen verstummen

frag nie, ob es noch irgendetwas anderes gibt

als das, was zwischen deiner und der Weltenleere liegt

sieh die Wolken ein fallender Mann

der über den Himmel zieht

und dann fühle dich fühle dich fremd 

fühle dich fremd

ja dann fühle dich fremd

dann fühle dich fremd

ja dann fühle dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd

dann fühle dich fremd

ja dann fühle dich fremd

und dann fühle dich fremd

ja dann fühle dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd fühl dich fremd

zwischen quälend ungewissen Entitäten

ständig falsch gesetzten Prioritäten

allen diesen schambefleckten Zeiten

und allen diesen Unzulänglichkeiten

genau da da da da da da da da

8. Fenster zur Welt

Lang in den Nächten

die Taxis fahren

alle suchen was, ich weiß nicht, was es gibt

ohne Gedächtnis

vom eigenen Verfall die Antwort hören wollen

woran einem etwas liegt

du sagst es geht dir besser heut als gestern

aber morgen ist nicht allzu weit entfernt

nicht weiter drüber nachgedacht ist besser

leicht verdrossen ist das Fenster zur Welt

und die Blätter der Bäume fallen vor meinen Augen

wir klettern auf Kreuze, dass man es besser sieht

die Blätter der Bäume fallen vor meinen Augen

weil es nichts besseres gibt

und wo die Sonne scheint, ist ganz egal

denn um aufzugeben ist man nie zu alt

in die gläserne Leere nichts gefragt

verstehen kann nur, wer nicht die Wahrheit sagt

verstehen kann nur, wer nicht die Wahrheit sagt

frag mich nicht, wie es mir geht

ich hab zu oft daran gedacht

ich wünscht, ich hätt mein Leben mehr dem Leben hingegeben

was auch immer das bedeuten mag

da wo die Stadt ihren Schmerz lagert

in schalen Küssen leerer Flaschen

da träum ich von Gewalt

fühle den, der trinkt, und die Laterne leuchtet blind

auf eine Straße, auf die niemand sich mehr wagt

und die Blätter der Bäume fallen vor meinen Augen

wir klettern auf Kreuze, dass man es besser sieht

die Blätter der Bäume fallen vor meinen Augen

wir klettern auf Kreuze, dass man es besser sieht

die Blätter der Bäume fallen vor meinen Augen

weil es nichts besseres gibt

lang in den Nächten

die taxis fahren

und alle suchen, ich versteh nicht was es gibt

ohne Gedächtnis, nicht gelernt und nicht verstanden

woran einem eigentlich etwas liegt

ich frag mich, ob man sehn kann, dass ich lächle

denn man fragt mich, ob mir überhaupt irgendwas gefällt

nicht weiter drüber nachgedacht ist besser

leicht verdrossen bleibt das Fenster zur Welt


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